Ikenna Benéy Amaechi - wurde mit Whitney Houston verwechselt auf einem Bild! Bei der Piers Morgan Show mit LL Cool J auf CNN!

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VICE

19.08.2012

Whitney Houston lebt und ist in Nigeria Staatsfeind Nr. 1

von Agata Waleczek

Whitney Houston ist ein Berliner. Oder zumindest ihr Double Ikenna Benéy Amaechi. Der in Berlin geborene und zunächst in Nigeria aufgewachsene Mann sieht der Diva so ähnlich, dass sogar CNN den Sänger mit der toten Ikone verwechselte. Ikenna hat das ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel eine Einladung zu Ivana Trumps Geburtstag.

VICE: Wieso bist du gerade in New York?
Ikenna Benéy Amaechi: Ich habe eine Anfrage gekriegt, auf Long Island eine Privatshow zu geben. Letzte Woche bin ich ja bei Ivana Trump in Saint Tropez als Special Guest aufgetreten. Natürlich hat diese Sache mit CNN ordentlich geholfen. Meine Mutter hat gesagt: „Whitney Houston hat dich von dort oben gesehen, gesehen, wie du trauerst und sie hat dir das von oben geschickt.“

Piers Morgan hat dich in seiner Show auf CNN mit der echten Whitney verwechselt. Denkst du, dass es dumm war, dass denen nichts aufgefallen ist?
Von der Professionalität her konnte ich gar nicht verstehen, wie das passieren konnte. Im Endeffekt ist es egal, weil dieser Fehler jetzt einen riesigen Unterschied macht. Es ist eine unbezahlbare Werbung. In jedem Land auf diesem Globus war dieser Bericht. Ganz viel in Afrika, wo mein Vater herkommt, dort war das nicht so witzig.

Wieso?
Ich komme ja aus Nigeria. Es ist dort eine sehr homophobe Gesellschaft, besonders, seitdem sie letztes Jahr das Gesetz erlassen haben, dass man für Homosexualität 14 Jahre ins Gefängnis kommt. Wenn es nach denen geht, werde ich in der Hölle schmoren.

Dann bist du in Nigeria sozusagen ein berühmter Staatsfeind?
Ja. Meine Familie weiß, dass ich Sänger bin und sonst nichts. Die kennen die Sängerin Ikenna Amaechi, wissen aber nicht, dass ich das bin.

Was würde passieren, wenn sie es herausfinden?
Ich weiß es nicht.

Kriegst du seit dem CNN-Vorfall in Berlin mehr Angebote?
In Berlin passiert eigentlich verhältnismäßig wenig. In der Clubszene möchte ich gar nicht mehr arbeiten, das ist mir alles zu anstrengend.

Hast du schon als Kind Whitney-Houston-Songs in den Klamotten deiner Mutter gesungen?
Na ja, als ich klein war, habe ich natürlich die Musik mitgesungen, ohne zu wissen, ob es gut war. Ich dachte, das macht jeder. Es war ausgerechnet meine Mutter, die gesagt hat, dass ich Ähnlichkeit habe. Da war ich überrascht, weil ich mir dachte: Klar, die eigene Mutter, was soll sie auch anderes tun, als Komplimente zu verteilen. Als ich mich dann als Teenager das erste Mal geschminkt habe, um auszugehen, da habe ich gemerkt: Da besteht ja wirklich eine Ähnlichkeit. Ich habe natürlich nicht gedacht, dass ich da dann einen Job draus mache.



War es im ersten Moment ein Schock oder fandest du es schon ziemlich gut?
Ich fand es schon toll. Ich meine, Whitney Houston war für mich DAS DING ÜBERHAUPT: gesanglich, von der Optik her, das ganze Paket. Und dass ich, wenn ich mir ein bisschen Schminke ins Gesicht klatschte, auch noch Ähnlichkeit mit ihr hatte, das war wie ein Sechser im Lotto.

Du hast einen sehr guten Körper. Was hast du alles machen lassen, um wie Whitney auszusehen?
Ich habe nie irgendetwas gemacht. Wer mich privat kennt, weiß, dass ich ganz normal als Mann rumlaufe. Und so weit würde ich auch gar nicht gehen.



Whitney ist nun tot. Du bist ihr Double. Wie war das für dich?
Ich stand monatelang unter Schock. Ich konnte nicht denken, nicht arbeiten. Ich fühlte mich, als wäre ein Familienmitglied gestorben. Ich war damals im Thailand. Ich bin ja immer in Asien, um dem deutschen Winter zu entkommen. Dort unten lebe ich ohne Handy, Internet etc. Das war eine Hilfe, weil ich nicht permanent mit Medien berieselt wurde. Natürlich haben mich Leute aus der ganzen Welt bombardiert, weil sie wissen wollten, ob ich das bin.

Hast du überlegt, zum Begräbnis zu fliegen?
Nein. Ich hab das Onlinebegräbnis aufgenommen und mir erst Monate später angesehen. Ich bin gerade in New York und werde vielleicht mal zu ihrem Friedhof nach New Jersey fahren, um mit allem abzuschließen. Es war eine schwere Zeit für mich.

Du singst schon seit 20 Jahren Whitneys Songs live. Hast du Groupies?
Oh ja. Aber ich halte die natürlich auf Abstand.

Wollen die dir an die Wäsche?
(lacht) Es kommt drauf an. Es hält sich in Grenzen. Ich interagiere ja auch nicht mit denen und erzähle ihnen, dass ich meinen Kaffee ohne Milch trinke und dazu einen Bagel esse. Ich kenne diese Leute ja nicht. Meistens sind es die Männer. Jetzt auch auf dem Geburtstag von Ivana Trump. Einige von den reichen Männern wollten schon ein bisschen mehr wissen, als sie dann so ein, zwei Champagner drin hatten. Das fand ich sehr interessant, weil das teilweise Leute sind, die ich seit Jahren bewundere—Millionäre und Milliardäre.

Da würde ja so manche Frau anbeißen. Du aber anscheinend nicht.
(Lacht) Ich bin ein großer Junge, ich kann mich wehren.

Wie war das auf dem Geburtstag von Ivana?
Ich habe eine Anfrage bekommen, weil sie wussten, dass sie ein großer Whitney-Houston-Fan ist und ich war als Überraschung eingeplant. Und auf einmal stehe ich da vor ihr mit ihren 400 geladenen Milliardären, Millionären. Vor diesen Leuten zu singen, war der Hammer. Wir wurden auf einer Yacht einquartiert, was mir nicht viel gebracht hat, weil mir bereits nach drei Stunden schlecht war.

Was sind deine Pläne für deine Zukunft?
Das Gute für mich ist, dass ich bereits in meiner persönlichen Zukunft angekommen bin. Ich gehöre nicht zu denen, die sich sagen: „Acker wie bekloppt und genieße irgendwann.“ Was weiß ich, was irgendwann ist? Dann ist man alt und krank und dann ist eh alles egal. Ich arbeite nur, mit wem und wann ich möchte. Sonst bin ich so privat wie möglich. Keiner kriegt mein ungeschminktes Gesicht im Internet oder Fernsehen zu sehen.

Hast du deshalb gerade die Kamera aus?
Ne, ich telefoniere gerade vom Telefon aus. Mein Privatleben ist deshalb wichtig, weil die Leute in Berlin, wo ich wohne, alle schon in meiner Show waren, aber gar nicht wissen, dass ich das bin. Das find ich cool. Als meine Nachbarn, als ich hingezogen bin, gefragt haben, was ich mache, habe ich immer gesagt, ich bin Tänzer.

Hast du jetzt in Berlin eine Show?
Ich hatte 2007 am Potsdamer Platz ein Theater aufgemacht. „Ikenna Kabaret“ hieß das. Ich hab das riesengroß aufgezogen, Las Vegas-like. Und dann kam 2007 das Rauchergesetz, das Kasino konnte nicht schnell genug einen Raucherraum reinbauen und zweitens musste man seinen Ausweis mitbringen. Diese zwei Sachen haben mir einen Monat nach der Eröffnung einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Lebt Whitney in dir weiter?
Indirekt. Egal, wie ähnlich ich ihr bin, empfinde ich mich immer noch als Ikenna, der ihre Songs singt und versucht, eine Illusion auf der Bühne zu zaubern. Auf Englisch sagt man, „I am channeling.“ Ich finde gerade das deutsche Wort nicht ...

... du bist das Medium, durch das Whitney zu uns spricht?
Ich kopiere sie nicht. Ich möchte so einen Whitney-Flavour, so dass die Leute mitbekommen: OK, er liebt sie, er respektiert sie und versucht, uns Whitney Houston irgendwie näher zu bringen. Ich kann es schwer erklären.

http://www.vice.com/de/read/stuff-whitney-houston-lebt-und-ist-in-nigeria-staatsfeind-nr-1

 

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